Veranstaltung Banja Luka, EU-Forum: Wie lässt sich das proeuropäische Narrativ stärken? 16.06.2026 „Verpasste Chancen und der Weg zu einem schnelleren Fortschritt – Bosnien und Herzegowina auf dem Weg in die Europäische Union 2016–2026“ lautete der Titel des EU-Forums, das wir am 16. Juni 2026 gemeinsam mit dem Zentrum für geopolitische Forschung und Analytik in Banja Luka veranstalteten. Anlass der Veranstaltung war der zehnte Jahrestag einer Ministerkonferenz, die am 16. Juni 2016 ebenfalls in Banja Luka stattfand. Mit der Teilnahme von zehn Außenministern, dem EU-Kommissar für Erweiterung sowie zahlreichen weiteren hochrangigen Gästen war sie die bislang größte internationale politische Veranstaltung in der Geschichte der Stadt. Zehn Jahre später zogen wir gemeinsam mit führenden Politikerinnen und Politikern, Expertinnen und Experten, Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft sowie Mitgliedern des diplomatischen Korps in Bosnien und Herzegowina Bilanz. Im Mittelpunkt standen dabei zentrale Fragen: Wo steht Bosnien und Herzegowina heute im EU-Integrationsprozess? Welche Herausforderungen sind noch zu bewältigen? Gibt es Anlass zu Optimismus? Und wie lässt sich der europäische Weg hin zu mehr Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und einer höheren Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger weiter stärken? In einem offenen und konstruktiven Dialog diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die regionale Zusammenarbeit, Fragen der regionalen Sicherheit sowie die europäische Integration des Westbalkans. Einigkeit bestand darin, dass in den vergangenen zehn Jahren deutlich größere Fortschritte hätten erzielt werden können. Zugleich wurde betont, dass Bosnien und Herzegowina keine realistische Alternative zur Mitgliedschaft in der Europäischen Union hat – auch wenn in den vergangenen Jahren vielfach der Eindruck einer nachlassenden Erweiterungsdynamik innerhalb der EU entstanden war. Gleichzeitig haben die geopolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre neue sicherheitspolitische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen mit sich gebracht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums kamen zu folgenden Schlussfolgerungen:Eine enge regionale Zusammenarbeit ist eine wesentliche Voraussetzung für einen beschleunigten Integrationsprozess des Westbalkans in die Europäische Union.Angesichts der aktuellen geopolitischen Entwicklungen ist das Interesse der Europäischen Union an der Region deutlich gewachsen. Dieses Zeitfenster sollte konsequent genutzt werden.Die konsequente Umsetzung umfassender politischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Reformen muss fortgesetzt werden.Die Staaten des Westbalkans haben in der Vergangenheit zahlreiche Chancen im EU-Integrationsprozess ungenutzt gelassen. Die gegenwärtige Gelegenheit darf jedoch nicht erneut verpasst werden.Die Mitgliedschaft Bosnien und Herzegowinas in der Europäischen Union wird nicht alle Probleme lösen, ihre Bewältigung jedoch erleichtern und den Lebensstandard der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig verbessern.Durch konkrete Projekte mit unmittelbar spürbarem Nutzen für die Bevölkerung kann die Europäische Union das Vertrauen in den europäischen Integrationsprozess und die Unterstützung für den europäischen Weg nachhaltig stärken. Bild: Dejan Rakita